Verantwortungsbewusst handeln

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Am Samstag, den 04. September, waren wir vor der Citykirche (Großkölnstraße) und haben gegen das von der Bundesregierung stark vorangetriebene EU-Mercosur-Abkommen protestiert. Zum Anlass nahmen wir den Internationalen Tag des Amazonas, am 05. September, und wollten auf die massive Zerstörung des Regenwaldes aufmerksam machen.

Wälder zählen zu unseren stärksten Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise. Dennoch werden sie nach wie vor weltweit massiv zerstört. Dabei haben wir eine globale Verantwortung, der sich die Bundesregierung national als auch international stellen muss. Anstelle des Profits sollten wir die Menschen und unsere Umwelt in den Vordergrund stellen und unser Handeln mit der Natur in Einklang bringen.

Schmutziger Handel: Autos gegen Fleisch

Bereits seit mehr als 20 Jahren wird über das EU-Mercosur-Abkommen verhandelt. Der Abschluss des Abkommens würde die weitere Einflussnahme der EU auf die Mercosur-Staaten ermöglichen und die Position der EU im globalen Welthandel stärken. Treiber des Abkommens ist vor allem Deutschland, da besonders die deutschen Wirtschaftsbereiche der Automobilwirtschaft, Chemie- und Pharmaindustrie als auch der Maschinen- und Elektrobau von der Umsetzung des Handelsabkommens profitieren würde. Auf Seite der Mercosur-Staaten würde der Export landwirtschaftlicher Produkte wie Fleisch (Rind und Geflügel) und Zuckerrohr erleichtert. Das hätte für die Umwelt katastrophale Folgen. Der Export von noch mehr, teilweise in der EU nicht zugelassenen Pestiziden, sorgt im Mercosur-Bereich für eine noch gravierendere Vergiftung der Umwelt, ein verstärkter Import von Fleisch und Soja würde eine weitere Zunahme der Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes und anderer verbliebener Naturräume bedeuten.

Was passiert, wenn der Regenwald kippt?

Noch mehr Fläche darf der Amazonas-Regenwald nicht verlieren, denn wir nähern uns einem Kipppunkt, der, einmal überschritten, unumkehrbar ist. Das komplizierte, selbsterhaltende Ökosystem Regenwald, das auf das globale Klima stabilisierend wirkt, würde zusammenbrechen, der Wald großflächig versteppen. Dies würde auch das weltweite Artensterben weiter beschleunigen und der indigenen Bevölkerung des Regenwaldes die Lebensgrundlage unmittelbar entziehen.

Der Amazonas-Regenwald spielt eine zentrale Rolle für das Weltklima: Es ist schwer vorstellbar, was es für das Leben auf der Erde bedeutet, wenn der Amazonas kippt. 

Deutschland braucht eine verantwortungsbewusste Regierung

Unser Konsum in Europa und damit auch in Deutschland sowie die Art und Weise, wie Europa Handel betreibt, ist einer der Haupttreiber der Amazonaszerstörung. Sollte das von der bisherigen Bundesregierung angestrebte EU-Mercosur-Handelsabkommen ratifiziert werden, dann würde dieses wie ein Brandbeschleuniger für die Amazonasregion wirken. Deutschland gehört in der EU bisher zu den Ländern, die sich besonders vehement für das in vielfacher Hinsicht schädliche Abkommen einsetzen. Das muss sich ändern!

In diesem Jahr haben wir es in der Hand: Deutschland und der Amazonas brauchen eine Bundesregierung, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und dementsprechend handelt. 

Helfen Sie mit Ihrer Unterschrift

Wer an dem Samstag nicht vor Ort war, kann die Petition  – wenn noch nicht geschehen – auch online unterzeichnen.

Bei Fragen oder Interesse an einer Mitarbeit in unserer Wald-AG wenden Sie sich bitte an wald@greenpeace-aachen.de

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