Uranabbau und Anreicherung

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Hauptlieferländer für Uran sind Kanada, Australien, Russland, Südafrika und Niger. Dabei liegen drei viertel der weltweiten Uranvorkommen in den Gebieten indigener Völker. Oft kommt es zu Vertreibungen und Menschenrechtsverletzungen.  
Da Uranerz meist nur einen Urananteil von unter 0,1% enthält kommt sind besonders mit dem Tagebau gewaltige Umweltzerstörungen verbunden und es müssen riesige strahlende Abfallberge entsorgt werden. Pro Tonne Yellow Cake fallen 40.000 Tonnen radioaktiver Abraum an. Die Arbeiter atmen dabei radioaktiven Staub und radioaktives Radongas ein. Die Folge ist Lungenkrebs. Außerdem entstehen große Mengen radioaktiven Sickerwassers, das Flüsse und Seen verseucht.
Im November 2009 hat Greenpeace gezeigt, dass die Straßen in Akokan (Niger) radioaktiv verseucht sind. Für den Straßenbau wurde radioaktiver Schutt aus aus zwei Uranminen des französischen Energiekonzerns AREVA verwendet.

Bei der Weiterverarbeitung zu Urankonzentrat (Yellowcake) in Uranmühlen entstehen so genannte Tailings. Dies sind schlammige Rückstände, die in großen Mengen anfallen und noch 85 % der ursprünglichen Radioaktivität enthalten. Außerdem enthalten sie noch andere Schadstoffe wie Schwermetalle und Arsen. Die Lagerung der Tailings ist ein großes Problem, da die Schadstoffe nun wesentlich mobiler sind und damit leichter in die Umwelt gelangen.
 
Das Yellowcake wird in Konversionsanlagen zum Beispiel in Tricastin zu Uranhexafluorid (UF6) verarbeitet. Uranhexafluorid kann leicht in die gasförmige Phase gebracht werden und reagiert bereits mit Luftfeuchtigkeit zu Flusssäure.

Da nur das Isotop U-235 gut spaltbar ist, 99,3 % des Natururans aber aus U-238 besteht, muss das Uran noch angereichert werden. Das bedeutet dass der Anteil von U-235 von 0,7 % auf 3,5 bis 6 Prozent erhöht wird. Dieses Verfahren ist je nach Technologie sehr energieintensiv. Außerdem entstehen riesige Mengen an abgereichertem Uran. Dieses wird zur „Bearbeitung“ nach Russland verfrachtet. Im russischen Sewersk rosten tausende Fässer mit abgereichertem Uranhexafluorid unter freiem Himmel vor sich hin. Die Abfälle kommen von der Urenco, auch aus der deutschen Anreicherungsanlage in Gronau.
Bei der Anreicherung wird deutlich, dass es keine scharfe Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomenergie geben kann. Die Technologie zur Urananreicherung zur Nutzung in Atomreaktoren ist die selbe wie die zur Anreicherung von Uran für den Bau von Atombomben. Daraus resultiert auch der Atomstreit mit dem Iran.

Anschließend wird das angereicherte Uranhexafluorid in eine Brennelementfabrik gebracht. Dort wird das Uranhexafluorid in Urandioxid (UO2) umgewandelt und zu Pellets (Tabletten) gepresst. Diese werden in die ca. vier Meter langen Brennstäbe gefüllt. Der bisher schwersten Unfall ereignete sich 1999 in einer japanischen Brennelementfabrik in Tokaimura. Bei einer unkontrollierten Kettenreaktion starben zwei Menschen. Mehrere hundert Arbeiter, Sanitäter und Anwohner wurden verstrahlt.