Schrumpfende Pinguin-Population

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Die Klimakrise als eine Bedrohnung für die Pinguine und deren Lebensraum

Um die Heimat der Pinguine ist es schon bald bestellt- wenn die Klimakrise so weitergehen sollte. Die industrielle Fischerei, Mikroplastik in den Meeren, die Erderhitzung sowie das Schmelzen des "Ewigen Eis" sind die Ursachen. In der Antarktis schrumpft das Eis derzeit sechs Mal so schnell wie noch in den 1980er Jahren. Jährlich fließen 141 Gigatonnen an Eis ab – eine Wassermenge, die dreimal so groß ist, wie die des Bodensees. Zusätzlich ist die Temperatur des Meereswassers in der Antarktis von 1958 bis 2010 um 2,4 Grad angestiegen. Dies belegt eine Studie der Ohio State University. Dieser, mit dem Klimawandel in Verbindung stehende Anstieg, führt in der Polarregion zu immer mehr Regen- und ausbleibenden Schneefällen.

Pinguine als eine vom Aussterben bedrohte Spezies

Nach Angaben von Greenpeace-Wissenschaftler*innen ist die Zahl der Zügelpinguine in den vergangenen 50 Jahren stark gesunken. Einige Kolonien sind dabei sogar um 77 Prozent geschrumpft. Das immer weiter voranschreitende Aussterben der Pinguin-Population kann allerdings nicht nur auf das Schmelzen der Polarkappen, sondern gleichermaßen auf den schwindenden Bestand der Hauptnahrungsquelle vieler Pinguinarten - den des Krills - zurückgeführt werden. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie wandern die kleinen Krebstierchen immer mehr zu den Polen ab. Verantwortlich dafür sind die Klimakrise und die damit verbundene Meereserwärmung.
Die kleinen Krebse haben eine sehr geringe Temperaturtoleranz und werden bei wärmeren Wassertemperaturen auf eine Überlebensprobe gestellt. Der stetig zunehmende Temperaturanstieg in der Antarktis führt weiter dazu, dass die Larven und Jungtiere des Krills immer mehr auf ihre Nahrungsgrundlage - unter dem Eis lebende Eisalgen - verzichten müssen. Das Verschwinden des Krills, kann schließlich zu Fluktationen in den arktischen Nahrungsketten führen. So erweist sich der Krill nicht nur als Hauptnahrungsquelle für Pinguine, sondern ebenso für viele Lebewesen wie Tintenfische, Knochenfische, Seevögel, Robben und Wale.

Ein globaler Ozeanvertrag zum Schutze der Antarktis und ihrer tierischen Bewohner

Ein globales Abkommen, auf dessen Grundlage Schutzgebiete auf Hoher See kontrolliert werden könnten, existiert bisher nicht. Derzeit steht die wirtschaftliche Nutzung der Ozeane im Fokus, ihr Schutz ist immer mehr zur Nebensache geworden. Das soll sich nun ändern: unter dem Dach der Vereinten Nationen verhandeln Regierungsvertreter*innen derzeit über einen globalen Ozean-Vertrag. Dieser würde den Weg zu einem Netz an Meeresschutzgebieten ebnen und dreißig Prozent unserer Ozeane über die nationalen Grenzen hinaus abdecken. Nach Ansicht von Wissenschaftler*innen ist dies unerlässlich, um die Tierwelt zu schützen und um den Klimawandel aufzuhalten. Der geplante Meeresschutzvertrag könnte auch dem Aussterben der Pinguine und einem weiteren Zerfall der Antarktis entgegenwirken. Denn nur mit einem intakten Klima können kälteangepasste Tiere, so wie die Pinguine, überleben.

Aktionstag im Aachener Tierpark

Vergangenen Samstag haben wir gemeinsam mit zahlreichen Besucher*innen des Aachener Tierparks ein Zeichen gegen das Aussterben der Pinguine und gegen das Schwinden ihres Lebensraumes gesetzt. Vor Ort wurden fleißig Unterschriften gesammelt, die auf direktem Wege Umweltministerin Svenja Schulze zugesandt wurden. Ziel ist es, sie davon zu überzeugen, persönlich zu den UN-Verhandlungen zum Schutz der Hohen See zu reisen und sich dort für ein starkes Meeresschutz-Abkommen einzusetzten. Im März diesen Jahres beginnt die voraussichtlich finale UN-Verhandlungsrunde zu dem Thema in New York.

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