Protest: RWE-Hauptversammlung

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Greenpeace Aachen hat am vergangenen Mittwoch die Proteste rund um die RWE-Hauptversammlung vor Ort in Essen unterstützt. Die Aktionäre mussten zunächst ein von Sicherheitskräften abgesperrtes Areal queren, das von Umweltschützern unübersehbar mit klaren Botschaften gesäumt war. Mit einer sieben Meter großen, aufblasbaren Kohlenstoffblase forderten Aktivisten von Fossil Free und Greenpeace die Aktionäre zum Ausstieg aus Europas größtem CO2-Emittenten auf. Die Botschaft: „Eure RWE-Aktien: Schlecht fürs Klima und für den Haushalt!“.

Fotos der Aktion

Weil RWE mit seinen vielen klimaschädlichen Kohlekraftwerken nicht mehr in den Energiemarkt der Zukunft passt, ist der Aktienkurs des Konzerns zuletzt massiv eingebrochen. Zudem will RWE in diesem Jahr keine Dividende zahlen.

„Unsere Städte brauchen Geld für Schulen, für besseren öffentlichen Nahverkehr und den Wandel für die Zeit nach der Kohle. Es darf nicht sein, dass RWE mit seinem veralteten Geschäftsmodell das Klima zerstört und auch noch den öffentlichen Haushalt belastet“, so Björn Ahaus von Greenpeace. „Der Verkauf ist für die kommunalen RWE-Aktionäre ökologisch notwendig und ökonomisch sinnvoll“, sagt Tine Langkamp von Fossil Free.

Beide Umweltschutzorganisationen fordern die Kommunen in NRW auf, sich der weltweiten Divestment-Bewegung anzuschließen. Dazu gehören Unternehmen und Institutionen wie die Allianz Versicherungsgruppe, die Rockefeller Foundation oder der norwegische Pensionsfonds. Diese ziehen zum Schutz des Klimas Investitionen aus Unternehmen ab, die Geschäfte mit Kohle, Öl und Gas machen. Zudem fürchten sie hohe Abschreibungen auf bereits bilanzierte Rohstoffreserven, die zukünftig nicht mehr verbrannt werden können. Ein Problem, das als Carbon Bubble bekannt geworden ist.

RWE plant nach wie vor bis zur Mitte des Jahrhunderts, Braunkohle im Rheinland abzubaggern. Auch will der Konzern ein weiteres Kohlekraftwerk in Niederaußem bauen.

„RWEs sturer Kohlekurs wird den Kommunen weitere Verluste einbringen. Nach dem finanziellen Fiasko müssen sie jetzt zumindest den moralischen Bankrott verhindern und ihre Aktien verkaufen“, fordert Langkamp. Düsseldorf hat bereits vor etwa zehn Jahren seine RWE-Anteile verkauft und ist dadurch schuldenfrei geworden.

Das Klimaabkommen von Paris soll die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad beschränken. Dazu müssen mehr als 80 Prozent der bekannten Kohle-, Öl- und Gasvorräte im Boden bleiben.

„Statt zu akzeptieren, dass der Kohleausstieg in Deutschland unausweichlich ist, ignoriert RWE die Konsequenzen des Pariser Abkommens. Das ist klimapolitisch ein Skandal und betriebswirtschaftlich hochriskant“, so Ahaus. Greenpeace fordert einen schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030.