Hauptsache billig

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Am Samstag, den 17. Oktober, informierte unsere Greenpeace Gruppe vor einer Rewe-Filiale in Aachen über Billigfleisch und forderte Rewe auf, das Fleisch mit den Haltungsformen 1 und 2 aus dem Sortiment zu nehmen sowie die Billigfleischwerbung zu beenden.

Von 11 bis 12:30 Uhr informierte die Landwirtschaft, Gentechnik und Lebensmittel-Gruppe vor der Rewe-Filialie am Marktplatz, dass weiterhin zu viel Billigfleisch und damit einhergehend zu wenig Tierschutz in den Regalen der deutschen Supermärkte zu finden sind. Ein Jahr nach dem ersten großen Supermarkt-Check ergab eine zweite Greenpeace-Umfrage, dass immer noch rund 90% des verkauften Frischfleisches der Supermarkt-Eigenmarken aus den schlechtesten Tierhaltungsformen 1 und 2 stammen. Zudem gibt es große Lücken bei der Kennzeichnung: Lediglich 5% der von Greenpeace besuchten Märkte Edeka, Kaufland und Rewe haben das Schweinefleisch korrekt gekennzeichnet. Teilweise war das Frischfleisch-Angebot vom Schwein an der Theke von Kaufland gar nicht markiert.

Haltungsformen 3 und 4 sucht man fast vergeblich

Verbesserung versprechen Rewe und Lidl. Sie haben angekündigt, bis 2022 bei Schweinefleisch aus der Haltungsform 1 auszusteigen. Bis dahin müssen Kunden mit dem kleinen Angebot der Fleischprodukte der Haltungsform 4 vorlieb nehmen. Haltungsform 3 wird kaum angeboten.

Auch Menschen leiden unter unwürdigen Bedingungen

Doch nicht nur die Tierhaltung, sondern auch die unwürdigen Arbeitsbedingungen der Arbeiter*innen in Fleischbetrieben sorgten in den letzten Monaten für Aufregung. Die Corona-Ausbrüche in den Belegschaften großer Schlachthäuser rückten die Fleischproduktion in den Fokus der Öffentlichkeit. Neben Tieren und Umwelt leiden auch die Menschen unter dem kranken System. Sogar die Politik plant mittlerweile, die Tierhaltung in Deutschland in den nächsten 20 Jahren so zu ändern, dass die Tiere artgerecht gehalten werden können. Für den Umbau sollen Landwirtinnen und Landwirte finanziell gefördert werden.

100 Stimmen für bessere Tierhaltung

Mit ihrer Unterschrift auf der „Roten Karte“ forderten 100 Aachener*innen den Supermarkt Rewe auf, den Verkauf von Fleisch aus tierschutzwidriger und umweltschädlicher Haltung zu beenden. Diese wurden nach der Aktion der Filialleitung übergeben.

Noch nicht unterschrieben? Hier können Sie in unserem offenen Brief Bundesministerin Julia Klöckner auffordern, gegen das System Billigfleisch vorzugehen.

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