Gedenken an Fukushima

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Zehn Jahre liegt die Katastrophe des Atomkraftwerks Fukushima in Japan nun zurück. Daran möchten wir heute erinnern und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass auch in Europa mindestens zehn AKWs ohne ausreichendes Schutzkonzept vor Naturkatastrophen laufen.

Auf dem Aachner Marktplatz haben wir heute der Opfer des Erdbebens und des Tsunamis, aber auch der Toten und Vertriebenen durch die anschließende radioaktive Versuchung gedacht. In diesem Jahr jährt sich das Unglück zum zehnten Mal: Nach dem Seebeben am 11. März wurde die japanische Küste von gigantischen Tsunamiwellen getroffen. Dabei wurden drei Blöcke des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi geflutet und es kam zu Kernschmelzen. 18.000 Menschen verloren durch die Naturkatastrophen ihr Leben, weitere 160.000 mussten aufgrund der radioaktiven Verseuchung evakuiert werden.

Das Unglück von Fukushima mahnt uns noch heute: es gibt keine sichere Atomkraft.

Katastrophen wie Fukushima und Tschernobyl 1986 führen uns vor Augen, wie unsicher Atomkraftwerke sind und wie schnell trotz jeglicher Schutzvorkehrungen der Super-GAU drohen kann.

Vielzahl an AKWs in Europa stehen nahe der deutschen Grenze

 
Zum zehnten Jahrestag von Fukushima hat Greenpeace die Sicherheit von elf europäischen Atomkraftwerken bewertet. Einige der Atomkraftwerke stehen nahe der deutschen Grenze - Ein atomarer Unfall hätte unmittelbare Auswirkungen auf uns. Die Studie von Greenpeace hat gezeigt, dass bei keinem der AKWs ein ausreichendes Schutzkonzept vor Naturkatastrophen vorliegt. Wir in Aachen sind besonders von dem belgischen AKW Tihange betroffen, das immer wieder aufgrund von Zwischenfällen und Rissen in Reaktordruckbehältern in der Kritik steht.
 
Bedrohungen werden kleingeredet
 
Der Bericht trägt den Titel “Lessons not learned” – die Lektionen, die aus dem Unglück in Japan nicht gelernt wurden. Die Betreiber rechnen Bedrohungen klein, damit sie finanziell nicht tätig werden müssen. Aufgrund fallender Strompreise ist Atomenergie längst nicht so rentabel wie früher – teure Investitionen, um Kraftwerke gegen Sturmfluten und Erdbeben abzusichern, will sich kaum jemand leisten. Die Sicherheit der Menschen beruht auf Risikoabschätzungen, die auf das Beste hoffen, aber mit dem Schlimmsten rechnen müssen.

 

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