Für ein pestizidfreies Aachen

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In Städten und Gemeinden werden Pestizide eingesetzt, um Wege in Parks, Sport- und Spielanlagen oder Straßenrändern frei von unerwünschten Kräutern und Gräsern zu halten oder gegen ungeliebte Insekten vorzugehen. Viele der Mittel stehen in Verdacht, Krebs zu erregen, die Fortpflanzung zu schädigen oder eine hormonelle Wirkung zu haben.

Auf öffentlichen Flächen kommen die gefährlichen Wirkstoffe in den direkten Kontakt mit Bürger*innen, wovon insbesondere für Schwangere und Kinder eine Gefahr ausgeht. Doch auch unsere Haustiere sind den Stoffen schutzlos ausgeliefert, genauso wie weitere Tier- und Pflanzenarten, denen die Pestizide im städtischen Raum zum Verhängnis werden. Neben den unerwünschten Insekten sterben Honig- und Wildbienen, Schmetterlinge sowie Fledermäuse. Werden die kleinen Lebewesen nicht direkt getötet, dezimieren die Giftstoffe ihren Lebensraum oder ihre Nahrung. 

Rund die Hälfte aller Wildbienen-Arten steht auf der Roten Liste

Für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen sind blütenbesuchende Insekten unentbehrlich, da sie die Pflanzenvielfalt erhalten und unsere landwirtschaftlichen Erträge sowie unsere Ernährung sichern. In Gemeinden und Städten sorgen die Schmetterlinge und Bienen für eine reiche Obsternte, genauso helfen sie den Imkern bei der Produktion von Honig. 

Gifte in der Landwirtschaft sind eine Gefahr für die Umwelt

Doch auch die Landwirtschaft ist heutzutage durch Monokulturen, Überdüngung und Gifte ein großes Problem für die Artenvielfalt, das Grundwasser, das Klima und unsere Gesundheit.
Die „moderne“ industrielle Landwirtschaft hat durch den Eintrag großer Giftmengen maßgeblich dazu beigetragen, dass die Insektenzahl in Deutschland um bis zu 75 Prozent zurückgegangen ist. Auch Vögel und Säugetieren verschwinden aus den landwirtschaftlichen Gebieten, da ihnen Rückzugsorte und Nahrung genommen werden. Manche Arten sind regional fast ganz verschwunden.

Mit dem aktuellen Pestizideinsatz kann der Verlust der Artenvielfalt nicht gestoppt werden

Deutschland gehört zu den vier EU-Mitgliedstaaten, die am meisten Pestizide verbrauchen. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden jährlich etwa 15.000 Tonnen Herbizide und knapp 1.000 Tonnen Insektizide eingesetzt.

Auch die Stadt Aachen trägt hier eine Verantwortung

Am 12. Mai haben wir den Oberbürgermeister Marcel Philipp sowie den Stadtrat in einem Offenen Brief aufgefordert, den Gebrauch chemisch-synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft und innerstädtisch zu verbieten und sich der „Initiative Pestizidfreie Kommune“ des BUND anzuschließen.
Die Stadt verzichtet zwar nach eigenen Angaben auf ihren Grünflächen auf das Herbizid  „RoundUp“, zusätzlich besitzt die Stadt jedoch ca. 1.400 Hektar landwirtschaftliche Flächen, die an Bauern verpachtet werden. Für diese Flächen gibt es keine Beschränkung des Pestizideinsatzes. Über die Pachtverträge hat die Stadt jedoch die Möglichkeit, den Gebrauch von chemisch-synthetischen Pestiziden zu verbieten.

Bereits mehr als 500 Kommunen sind der Initiative beigetreten

In unserem Offenen Brief fordern wir die Stadt, in persona Oberbürgermeister Philipp, dazu auf, diese Möglichkeit zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt zur ergreifen. Nachfolgend finden Sie den kompletten Brief zum Nachlesen.

 

 

 

  

 

 

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