EU-Mercosur Abkommen stoppen!

Media

Der Amazonas-Regenwald ist nicht nur eine Schatztruhe der Artenvielfalt und Lebensgrundlage zahlreicher indigener Völker, sondern auch ein ganz wesentlicher Bestandteil eines stabilen Weltklimas. Doch die voranschreitende Zerstörung Amazoniens trägt direkt zum Klimawandel bei und könnte diesen unumkehrbar machen.

Jedoch ignoriert der EU-Mercosur-Vertrag – entgegen den Klimaschutzversprechungen der EU – sämtliche Klimafolgen für die Erde sowie Folgen für die Ureinwohner Südamerikas und dessen Biotope. Dieser Vertrag darf nicht abgeschlossen werden!

Das Mercosur Abkommen und insbesondere Jair Bolsonaro zerstören den Regenwald

Die Abkürzung Mercosur (“Mercado Común del Sur”) ist die spanische Bezeichnung für den gemeinsamen Markt Südamerikas. Die Mercosur-Staaten sind derzeit Argentinien, Uruguay, Paraguay und Brasilien.

Nach der Wahl des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum brasilianischen Regierungschef hat die EU den bis dahin verhandelten Text unterschrieben. Bolsonaro sieht den Regenwald als reinen Wirtschaftsraum, den man ausbeuten muss. Zudem werden die Ureinwohner von ihm immer weiter in Ihren Rechten und Freiheiten beschnitten. Zuletzt ermunterte er illegale Landräuber die Ressourcen des Regenwaldes und auch der Indigenen abzubauen. Indessen steht das Abkommen bereits kurz vor dem Abschluss.

Aufs Wesentliche konzentriert bedeutet das EU-Mercosur-Abkommen: Europa (und insbesondere Deutschland) will mehr Autos nach Südamerika exportieren, im Gegenzug dafür bietet die EU zahlreiche Abnehmer für viel zu billiges Rindfleisch. Die Rinderzucht in Brasilien hängt sehr stark mit Rodungen in Waldgebieten zusammen – mittel- und unmittelbar. Gewaltige Flächen des kostbaren Amazonas-Regenwaldes werden für Rinderweiden und den Sojaanbau abgeholzt, woraus günstiges Tierfutter produziert wird. Aber nicht zu vergessen: Das gleiche gilt auch für weitere natürliche Ökosysteme in Brasilien und Argentinien, wie die Savannenwälder des Cerrado oder die Trockenwälder des Chaco.

Gegen die Klimakatastrophe werden Scheuklappen aufgesetzt, damit ein Handelsabkommen durchkommt, das einzig und allein mehr Fleisch, mehr Autos und mehr Zerstörung bedeutet.

Greenpeace setzt alles daran das Handelsabkommen zu verhindern:

Gemeinsam mit einem Netzwerk von Organisationen klären wir über die Risiken des Freihandelsabkommens für die Menschen in Deutschland, aber auch den Amazonas-Regenwald und dessen Bewohner auf. Mit einer Petition appellieren wir an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, sich auf keine schmutzigen Deals mit der Bolsonaro-Regierung einzulassen.

Das Abkommen kann trotz Unterschrift noch verhindert werden, da die nationalen Parlamente es noch billigen müssen. Die Bundesregierung hält bisher eisern an diesem katastrophalen Abkommen für eine Politik von gestern zugunsten der Autolobby fest.

Das Abkommen kann noch abgewendet werden

Wir sind dennoch guter Dinge, dass der Vertrag verhindert werden kann. Er kommt nur zustande, wenn die EU-Staaten ihn einstimmig beschließen. Österreich dürfte dagegen stimmen, auch Frankreich, Irland und Luxemburg haben angesichts der Brände in Amazonien und der grundsätzlichen Politik Bolsonaros mit einem Veto gedroht. Dies ist jedoch noch keine beschlossene Sache und wir müssen dafür sorgen, dass alle Parteien Deutschlands- und nicht nur Politiker der SPD und der Grünen- sich gegen dieses Abkommen stellen.

Unterschreiben Sie unsere Forderung, das EU-Mercosur-Abkommen zu stoppen und fordern Sie gemeinsam mit uns einen fairen Handel, der Klima, Artenvielfalt und Menschenrechte schützt.

Mehr zum EU-Mercosur-Abkommen finden Sie hier.

Corona: Katastrophe in Manaus

Unterdessen breitet sich die Covid 19 – Pandemie in Brasilien rasant aus; wen wundert das bei dem rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der das Virus immer noch als „kleine Grippe“ ansieht. Er fordert das Militär zum Putsch gegen die Gouverneure auf, die strengere Maßnahmen fordern und – soweit möglich – auch ergreifen. Das Militär hat Bolsonaros Ansinnen bisher noch abgelehnt.

Besonders schlimm ist die Situation in Manaus, der Hauptstadt Amazoniens. Das Gesundheitssystem ist völlig zusammengebrochen, täglich sterben mehr als 100 Menschen an Covid 19.

Doppelte Bedrohung für Indigene

Währenddessen geht jedoch die Abholzung des Regenwaldes mit rasender Geschwindigkeit weiter. Es gibt Drohungen und Morde gegen Umweltschützer, auch die Greenpeace-MitarbeiterInnen sind gefährdet. Durch die Ausgangssperren und die Drohungen ist Greenpeace in Amazonien extrem an der Arbeit gehindert, aber unsere MitstreiterInnen sind trotzdem aktiv, vor allem um den indigenen Menschen zu helfen.  Die indigene Bevölkerung des Urwaldes ist nun doppelt bedroht: durch die Abholzung ihres Lebensraumes und durch die Seuche, gegen die sie kaum Abwehrkräfte hat. Von staatlicher Seite werden sie auch immer weniger unterstützt. Stattdessen werden illegale Holzfäller und Goldsucher noch ermuntert, in die Lebensräume einzudringen.

Mehr Informationen finden Sie in Form eines Interviews bei Greenpeace Deutschland.