Der deutsche Wald leidet

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Etwa 11,4 Millionen Hektar oder anders gesagt 1/3 der deutschen Landfläche sind mit Wald bedeckt. Er stellt nicht nur ein Ökosystem dar, das vielen verschiedenen Arten ein zu Hause bietet. Der Wald ist auch ein wichtiger CO2-Speicher, weshalb ihm eine enorme Rolle im Kampf gegen die Klimakrise zukommt. Für viele von uns ist Wald Teil der Definition Heimat. Diese Orte bieten uns Entspannung, Erholung und Abenteuer. Für viele ist das Thema Waldschutz eine Herzensangelegenheit geworden.

So mag der Waldzustandsbericht 2020, der am 24. Februar 2021 erschienen ist, viele schockiert haben. Die Waldzustandserhebung untersucht stichprobenartig den Kronenzustand deutscher Wälder, um die Entwicklung der Gesundheit dieser zu beobachten. Dieser Kronenzustand hat sich im Gegensatz zum Vorjahr weiter verschlechtert, was vor allem auf die Dürrejahre 2018-2020 zurückzuführen ist. Der ausbleibende Niederschlag führt zum Laubverlust und macht vor allem die Fichte anfällig für den Schädling Borkenkäfer. Dies wurde besonders in alten Wäldern, die nach der Definition über 60 Jahre alt sind, beobachtet. Nur 21% der untersuchten Bäume waren nicht betroffen. Dies ist das schlechteste Ergebnis seit Jahren, wobei wir weiterhin seit Beginn der Erhebung einen deutlichen Abwärtstrend beobachten müssen. 

Kronenzustand in NRW erreicht neuen Negativ-Rekord

Unser Bundesland Nordrhein-Westfalen stellt leider keine Ausnahme dar. 27% der Fläche sind hier von Wald bedeckt, wobei besonders die Eifel, das Sauerland, das Weserbergland und das Siegerland hervorzuheben sind. Bei uns überwiegen die Laubbäume, die am stärksten durch Buche und Eiche repräsentiert werden. Bei den Nadelbäumen sind Fichten die häufigsten Vertreter. Der Kronenzustand hat 2020 einen neuen Negativ-Rekord in NRW aufgestellt. Nur 23% der Bäume zeigen keine Verlichtungen.

Eichen auf dem Weg der Besserung – Fichten mit stärkster Kronenverlichtung

Erfreulich ist, dass wir im Land NRW eine leichte Erholung der Eiche beobachten konnten. Sie ist weniger stark als andere Baumarten von den Dürren der Vorjahre betroffen, da ihre Wurzeln tief im Erdreich gespeichertes Wasser erreichen können. Die Buche hat die Eiche als am stärksten geschädigte Baumart abgelöst, da sich ihr Zustand deutlich verschlechtert hat. Seit Beginn der Waldzustandserhebung hat die Fichte ihre stärkste Kronenverlichtung erreicht. Ihre Wurzeln können nicht wie die der Eiche tief in die Erde eindringen, weshalb diese Art sehr unter der Trockenheit gelitten hat und für Borkenkäfer anfällig wurde. 

Ebenfalls alarmierend ist, dass im Jahr 2020 eine sehr frühe und tiefe Austrocknung der Böden zu beobachten war und eine zunehmende Anzahl an Waldbränden zu verzeichnen ist. 

Natürliche Wälder und Schutzgebiete gegen die Klimakrise 

Um diese Prozesse zu stoppen und den Wald, der einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise darstellt, zu schützen, hat das zuständige Bundesministerium NRW bereits Maßnahmen eingeleitet. 

Greenpeace-Forderungen zur Verbesserung der Wald-Gesundheit konzentrieren sich vor allem auf eine Orientierung am natürlichen deutschen Wald. Naturnahe Wälder können Dürren und Stürmen besser standhalten, denen sie in den kommenden Jahren aufgrund der menschengemachten Klimakrise weiter ausgesetzt sein werden. Darüber hinaus fordert Greenpeace mehr Schutzgebiete, in denen keine Holzernte stattfindet, da diese die Austrocknung, unter der die Bäume leiden, weiter verstärkt. Weitere Informationen dazu, wie sich Greenpeace einen Waldschutz bei gleichzeitiger Nutzung des Rohstoffes Holzes vorstellt, finden Sie hier: Wenn Wälder wieder wachsen | Greenpeace

Was können Einzelpersonen zum Schutz der Wälder beitragen?

Viele Menschen möchten sich gerne persönlich für den Schutz der Wälder einbringen. Im Folgenden haben wir dafür Tipps und Ideen verlinkt:

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