Polyester-Fasten

Polyester-Fasten ist angesagt! Die großen Plastikstrudel in den Weltmeeren sind schon länger bekannt. Nun zeigen aktuelle Untersuchungen, dass auch unsere Böden und Sedimente mit Mikroplastik belastet sind. Bei einer jährlichen Plastikproduktion von 400 Millionen Tonnen war dieser Sachverhalt eigentlich zu erwarten. Die Auswirkung auf Lebewesen ist noch kaum einzuschätzen. Eine der Quellen für diese Belastung ist unser Textilkonsum.
Die beliebteste Synthetikfaser „Polyester“ ist in 60 % der Kleidungsstücke enthalten. Das Material ist knitterfrei, formstabil, billig herzustellen und extrem langlebig. Bis zum völligen Verrotten können schon einmal 500 Jahre ins Land gehen! Natürlich ist Polyester für Outdoor-Kleidung verglichen mit Gore-Tex die bessere Faser. Sie ist aber auch nur das kleinere Übel.

Während der oft nur kurzen Nutzungszeit vieler Kleidungsstücke werden Hunderttausende Fasern bei jedem Waschgang in die Kanalisation entlassen oder Mikropartikel aus den Fasern ausgespült. Auch moderne Kläranlagen können diese Winzlinge oft nicht herausfiltern und so ist der Weg frei in die Nahrungskette. Selbst mit dem Zauberwort Recycling dürfen wir nicht allzu große Hoffnungen verbinden, denn eine Wiedergewinnung von Fasern zur Herstellung neuer Kleidung ist sehr schwierig und aufwändig, vor allem, wenn es sich um Fasergemische handelt.


Wenn uns die oben beschriebenen Verhältnisse nicht gleichgültig sind, geht an einer Einschränkung unseres Verbrauchs an Textilien kein Weg vorbei - ein passendes Vorhaben für die Fastenzeit. Allerdings ist es nicht ratsam, nun übereifrig alle Polyester-haltigen Textilien zu entsorgen. Im Gegenteil: Wenn schon vorhanden, dann so lange wie möglich tragen.

 

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Dieser Text stammt von I. Krümmel-Seltier